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04.02.2011 Alter: 2 yrs

Die neun Möglichkeiten zur Gestaltung für den zweiten Blick

Von: Dr. Walfried Pohl

Miroslav Sik, Musikerwohnhaus, Zürich 1998, in einzelne Felder aufgeteiltes Außen- gitter eines Treppenhauses, in jedes Feld mittig gesetzte Metallschnitte von Tieren und Musikinstrumenten von Roland Fässler

9. Gesamtkonzepte für kleinteilige Gliederung

Hilmer & Sattler und Albrecht, Stadtbibliothek und Jugendmusikschule Pforzheim 2002, Gliederung der Fassade durch kräftige Profile aus dunkelrotem Aluminium, Betonung von Sockel und Dachkante, Gliederung der Fenster durch zehnfache Staffelung der Fensterpfosten und darüber laufende Markierung der Fenstersprossen mit kleinteiligem Licht- und Schattenwechsel Peter Märkli, Haus Trübbach-Azmoos, Schweiz 1982, mimimalistische Gesamtge-staltung mit Quadratfriesen und amphorenförmigen Betonsäulen; Haus in Sarguns, Schweiz 1983, Quadratfriese, Betonung der mittleren Pfeilerköpfe durch Reliefs von Hans Josephson Rhode, Kellermann, Wawrowsky (RKW), CentrO Einkaufszentrum Oberhausen 1994 - 1996, zum Teil offene Fassade mit Wechsel von rotbraunen und hellocker Streifen im Wechsel mit Stahl-Glas-Architektur, Passage mit Eisenträgern mit gestalteter Betonung der Fuß- und Kopfpunkte, filigranes Tragwerk der transparenten Dachkonstruktion, linear- punktuelle Gliederung des Steinwerks Roland Schröder: Haus Reichert, Wildbad/Württemberg 2007, kleinteilige Aufteilung der ‚Makrostruktur’ in Rot und Grau, Graubereich linear gegliedert mittels Profilelementen aus Titan-Zinkblech

Kleinteilige Gliederung – weder Muster noch Ornamente

Wichtig ist, die kleinteilige Gliederung erfolgt vor allem punktuell oder linear. Auch wo sie flächig auftritt, befindet sie sich im Kontrast zu ungegliederten Bereichen. Nicht in dieses Konzept passen daher Gebäude, die gänzlich mit Mustern überzogen sind, und gerne in die Nähe von Ornamenten gerückt werden. Wenn sie auch teilweise einen gewissen ornamentalen Charakter haben oder Mustern nahe kommen, es handelt sich bei den hier angeführten Möglichkeiten zur kleinteiligen Gliederung, um das noch einmal zu betonen, um eine spezifische Form mittels Technik, Design und Kunst Architekturglieder zu akzentuieren. So nimmt das weite Feld einer ‚Gestaltung auf den zweiten Blick’ nichts von der These des Deutschen Werkbund von 1924/ 1925, die da lautete ‚Die Form ohne Ornament’.



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