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1975: Synthese

Anton Stankowski sagt in der Jahrestagung des Werkbunds BW 1975: »Der Abbau von Sachlichkeit oder funktionellen Kriterien kann nicht das Ziel von heute sein … Im Gegenteil, die Versachlichung visueller Informationen sollte mehr gelehrt, gelernt und praktiziert werden. Im Gebiet der Werbung gehört auch die Wahrheit der Aussage zur Versachlichung.
… Die Leitlinie für das tägliche Arbeitsprinzip: versachlichen, vereinfachen, vermenschlichen ist heute noch so eindringlich zu empfehlen wie vor Jahrzehnten.
Wir sind uns darüber im Klaren, daß die letzte der drei Forderungen, das Vermenschlichen, der schwierigste Teil unserer Aufgabe ist.
… Der Beruf des Grafik-Designers ist noch sehr jung. Er entwickelte sich erst um die Jahrhundert-Wende. Die ersten Verkehrs-Schilder, an denen übrigens kein Grafik-Designer beteiligt war, wurden 1906 aufgestellt.
In den zwanziger Jahren entstand eine Interessengemeinschaft, die in der Funktion, in der Sachlichkeit und der guten Gestaltung den Wert der Werbebedeutung sah. Max Burchartz, Essen; Piet Zwart, Den Haag; Hans Leistikow, Frankfurt; Jan Tschichold, München; Walter Dexel, Magdeburg; John Heartfield, Berlin; [El] Lissitzky; Werbewart Weidenmüller und einige andere Namen von Künstlern, die sich trauten, ein neues Programm aufzustellen.
Schwitters gründete 1927 den ›Ring der neuen Werbegestaltung‹.
[Es entstand die] Zeitschrift ›G, Material zur elementaren Gestaltung‹.
… Die Phasen der führenden Moden, auch bei der Werbe- und Informationsgrafik, werden immer kürzer (drei Jahre). Eine Richtung aber, die der funktionellen Grafik, hat sich im Auf und Ab des Stilwandels als langlebig behauptet: Diese konstruktive Denkweise wirkt seit 50 Jahren.«


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