Zum Inhalt | Zur Hauptnavigation |

1983: Aus dem Werkbund

Der Werkbund Bayern tritt wieder in den Gesamtverband ein.

Die gestürzte Führung. Michael Andritzky ist ein »Arbeitstier«. In einer zunächst für den Werkbund ganz ungünstig aussehenden Zeit macht er die vorzüglichste Arbeit und bringt den Werkbund brillant durch die Schwierigkeiten des Themen-Wandels. Dies ist lange Zeit unangefochten. Auch Mitglieder, die den Wandel nicht oder nur mühsam verstehen, nehmen die Arbeit des Sekretariats hin. Im Werkbundrat machen sich oft manche Mitglieder nicht die Mühe, diese Arbeit genauer kennen zu lernen – dementsprechend oberflächlich sind ihre Urteile. Ein Mitglied formuliert dies in einer Sitzung kritisch: »Ihr verhaltet euch wie ein Aufsichtsrat und stellt Anforderungen ohne zu bedenken, welche Arbeitskapazität es gibt – eigentlich nur einen einzigen Arbeiter: Michael Andritzky.« 1983 stellt er die Bilanz der Leistungen vor. Schwierigkeiten im Haushalt, die es immer gibt, vor allem wenn gearbeitet wird, nimmt der Landesvorsitzende von Hessen Rolf Schmidt zum Anlaß, mit der Hilfe von allerlei aufgesammeltem diffusem Unmut sowohl den 1. Vorsitzenden Lucius Burckhardt als auch den Generalsekretär, den es hauptsächlich treffen soll, zu stürzen.

Der Vorstand für kurzen Termin. Zur neuen Vorsitzenden wird die Berliner Landesvorsitzende Anna Teut(1) gewählt. Die brillante Publizistin erweist sich als eine Vorsitzende, die ziemlich unberechenbar ist und eigentümlich mit Personen und Konstellationen spielt – und sich selbst nach kurzer Zeit bereits »verbraucht«. Ihren anfänglichen Erfolg verdankt sie der Krise: Darin bringt sie sich mit Macht (und auch mit Charme) an die Spitze. Dann aber scheitert sie, weil sie im inneren strukturellen Pluralismus des Werkbunds nicht fähig ist, vermittelnd tätig zu sein.

Geschäftsführung. Jochen Rahe wird Geschäftsführer. Der Titel Generalsekretär wird gestrichen.

Werkbund-Tagung NW 1983 in Mönchengladbach mit dem Thema: Braucht der Gestalter die Wissenschaft? Auf der Suche nach Antworten auf die Herausforderung einer veränderten Lebenswelt. Beiträge: Hermann Sturm, Matthias Götz, Klaus M. Meyer-Abich, Kurt Ebbinghaus, Werner Ruhnau. Hermann Sturm und Sieglinde Koch publizieren die Beiträge in einem Typoskript.(2)

Werkbund Rheinland-Pfalz. Vorsitz: Prof. Gedo Dotterweich. Stellvertreter: Prof. Wilfried Elfers. Bis 1963.


Anmerkungen:

1    Anna Teut, Architektur im Dritten Reich. Berlin 1967.

2    Hermann Sturm/Sieglinde Koch (Redaktion und Herausgeber), Braucht der Gestalter die Wissenschaft. Suche nach Antworten auf die Herausforderung einer veränderten Lebenswelt. Deutscher Werkbund Nordrhein-Westfalen 1983. Werkbund-Tagung 1983 in Mönchengladbach. Beiträge von Hermann Sturm, Matthias Götz, Klaus M. Meyer-Abich, Kurt Ebbinghaus, Werner Ruhnau.


Zum Inhalt | Zur Hauptnavigation |